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bezüglich der Bewaffnung der Truppe und der Bewährung der technischen Einheiten. Die Infanteriebewaffnung fand ungeteilte Zustimmung. Das neue Gewehrmodell 98, das von keiner in den anderen Kontingenten geführten Waffe übertroffen worden sei,34 blieb Grundmuster der Ausrütung der deutschen Armeen bis zum zweiten Weltkrieg. Man zog die Schlußfolgerung, die Artillerie und den Train ebenfalls mit dieser Waffe auszurüsten. Der Erprobung des Maschinengewehrs, mit dessen Einführung man hinter anderen Armeen zurückgeblieben war, hatte man im Kriegsministerium große Bedeutung beigemessen. Da es sich bei Auslaufen des Expeditionskorps noch in Erprobung

befand, wurden später 24 Stück nachgesandt. Zustimmung.

35 Auch diese Waffe fand volle

Großen Wert maß man auch den Erfahrungen mit der artilleristischen Bewaffnung bei. Die Feldartillerie hatte sich seit dem Krieg von 1870/71 rasch entwickelt. So war die Feldkanone C 96 (7.7-cm) verbessert und 1899 die leichte Feldhaubitze 98 (10.5-cm) eingeführt worden. Die Einführung eines Feldartillerieregiments in das Expeditionskorps diente der praktischen Erprobung der Geschütze sowie der Führung der Artillerie in unmittelbarer Zusammenarbeit mit den anderen Waffengattungen, besonders, der Infanterie. Das war vor allem deshalb wichtig, weil die Feldartillerie bislang zu den Korpstruppen gehört hatte und erst 1899 in die Divisionen eingegliedert worden war. Da die Feldartillerie jedoch wenig zum Einsatz kam, waren weiterführende Erkenntnisse nicht zu gewinnen. Die Batterie schwerer Feldhaubitzen (15-cm) hatte sich beim Beschuß der Peitang-Forts bewährt.36 Ihr Einsatz vermittelte Erfahrungen, die das Anliegen des Generalstabes unterstützten, die frühere Fußartillerie zu einer schweren Artillerie des Feldheeres für den Bewegungskrieg zu entwickeln. Die Gebirgsartillerie hatte in dem gebirgigen und schwer gangbaren Gelände der Infanterie wertvolle Unterstützung geleistet.37Diese Erfahrung führte jedoch zu keinen weiteren Folgerungen, weil man die Bedingungen für ihren weiteren Ausbau auf dem zukünftig in Frage kommenden europäischen Kriegsschauplatz nicht gegeben sah.

Zur Erprobung waren dem Expeditionskorps auch Einheiten der 1899 neugegliederten Eisenbahnbau- und Telegraphentruppen zugeteilt worden. Die Eisenbahnbaukompanien bewährten sich nach Waldersee ähnlich gut wie die japanischen und russischen Einheiten.38 Der Einsatz der Telegraphenabteilung hatte den Erwartungen voll entsprochen und erforderte keine neuen Schlußfolgerungen. Erfahrungen mit der Bekleidung des Expeditionskorps führten in der Folgezeit zu wesentlichen Veränderungen auf diesem Gebiet. Am auffälligsten zeigte sich das, als der "bunte Rock" verschwand und der feldgrauen Uniform Platz machte. Schlußfolgerungen wurden auch' in bezug auf das Trainmaterial gezogen, daß sich als großtenteils ergänzungs- und verbesserungsbedürftig erwiesen hatte.39 Erfahrungen auf dem Gebiet des Sanitätswesens ergaben sich aus der Zusammenballung großer Soldatenmassen unter oftmals mangelhaften Lebensbedingungen. Aus ihnen wurden unter

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