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Aktion zu, da es Deutsche und Russen nicht einander in die Arme treiben wollte und ein deutscher Besitz als Puffer zwischen den russiwchen und englischen Interessengebieten in China den Briten ganz gelegen kam.

Unter diesen Umständen sah sich die chinesische Regierung nicht in der Lage, Widerstand zu leisten. Sie wählte temporär eine Politik des Appeasement und stimmte am 15. Dezember 1897 der Überlassung des Pachtgebietes zu. A, 26. Januar 1898 traf unter Führung von Prinz Heinrich v. Preußen ein weiteres Kontingent von Truppen in Stärke von 1500 Mann ein. Der förmliche Vertrag mit China wurde am 6. März 1898 unterzeichnet. Wie die Briten im Falle Hongkong erhielten die Deutschen auf 99 Jahre die Souveränität im Pachtgebiet zugestanden, dazu ein eignes Zollsystem, freie Truppenbewegung in einer 50 km tiefen das Pachtgebiet umschließenden Neutralen Zone, dazu folgende Konzessionen: 1. Bau von drei Eisenbahnlinien in Schantung; 2. die Konzession im Abstand von 13 km beiderseits der Eisenbahnlinien Bergbau treiben zu dürfen. Jedoch war eien gemeinsame deutsch-chinesische Kontrolle bzw. chinesische Beteiligung an der Bahn-und der Bergbau-Gesellschaft vorgesehen.

In dieser Phase arbeiteten der deutsche Gesandte Heiking in Peking, Admiral v. Diederichs und Tirpitz eng zusammen mit dem Ziel, aus dem Pachtgebiet möglichst ein deutsches Hongkong zu machen, Schantung als Einflußsphäre zu gewinnen und chinesischen Einfluß weitgehend auszuschalten. Hinsichtlich der zu verfolgenden Politik erhoben sich aber auch innerhalb des deutschen Lagers mahnende und kritische Stimmen, die vor der Schaffung einer "mit Waffengewalt abgezwungenen Kolonie" warnten. So heißt es in einem Wirtschaftsbericht1 über Kiautschou aus diesen Tagen u.a.:

"Deutschland hat jetzt das Vertrauen, das ihm China seit Jahrzehnten entgegengebracht hat ... eingebüßt... Infolgedessen hat sich das frühere Vertrauen in Miß- trauen gewandelt, und es wird die Besetzung Kiau- tschous als ein von langer Hand vorbereiteter Überfall angesehen, dessen Endziel die Unterjochung des ganzen Landes ist.

Nachdem es seine Macht fühlbar gemacht hat, kann es Deutschland nicht schwer fallen... durch friedliches Entgegenkommen und weise Mäßigung in seinen Ansprüchen China zu überzeugen, daß es keinerlei Eroberungsgelüste hat ...daß der Erwerb einer Marinestation in Ostasien ... lediglich dem Selbsterhaltungsweck anderen Nationen gegenüber dient, nicht aber Eroberungszwecken gegenüber China."

Die chinesische Reaktion

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