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Winnenden

B1

Nummer 240 – WIS1 Samstag, 16. Oktober 2010

Amos und Lisa, die Enkelkinder, mör- telten die Grund- steinkassette in die Markthalle ein zur Freude von Metzger- meister Werner Hä- fele (links) und sei- ner Frau Margit (rechts), im Hinter- grund zwei Söhne des Metzgerehe- paars.

Bäcker aus Urbach in der Markthalle

Metzgerfamilie Häfele hat den Grundstein gelegt für das Gebäude mit vier Geschäften an der Wiesenstraße

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Schmitzer

Winnenden. Es geht Stein auf Stein mit der künfti- gen Winnender Markthalle. Zur Grund- steinlegung hat sich die große Win- nender Metzgerfamilie Häfele auf dem Bauplatz an der Wiesenstraße versam- melt und mit ihr stand die Bäckerfamilie Schulze aus Urbach auf dem Beton- fundament der Markthalle. Noch fehlen der dazugehörige Obst- und Gemüse- händler und das kulinarische Geschäft.

Der 56-jährige Metzgermeister Werner Hä- fele stellte das Projekt Markthalle kurz vor, und am liebsten hätte er schon alle vier Ge- schäfte präsentiert. Aber mit dem Gemüse- händler und dem Feinkost-Geschäft seien die Verträge zwar kurz vor dem Abschluss, aber noch nicht unterzeichnet. Deshalb könne er die Namen nicht nennen. Soviel wollte er aber versichern: „Für den Obst- und Gemüsemarkt kriegen wir eine Top- Besetzung, und wir haben ein kulinarisches Highlight, das einmalig ist im Rems-Murr- Kreis.“

In den Grundstein mauerte die Familie eine Kassette ein, in der der Vertrag zwi- schen der Familie Häfele und der Familie Kilgus eingepackt ist, die gemeinsam die Markthalle bauen, und noch weitere Dinge, zum Beispiel auch die Winnender Zeitung

Winnenden entfernt, und sechs Verkaufs- wagen.

März 2011 darf Häfele noch im Edeka an der Wiesenstraße bleiben.

Die Filiale im Edekamarkt an der Wie- senstraße ist eine der wichtigsten von Häfe- le. Auf Betreiben der Edekazentrale sollte der Metzger diese Filiale aufgeben. Häfele wehrte sich im Januar vor Gericht dagegen. Der Richter bot ihm Geld als Abfindung, aber der Metzger sagte: „I will koi Geld.“ Er wollte die gute Filiale behalten und die Ar- beitsplätze seiner Mitarbeiter erhalten. Schließlich kam’s zum Kompromiss: Bis 30.

Diese Woche stand der Metzger auf der Grundfläche seiner künftigen Markthalle und erinnerte daran: „Ende Januar war noch kein Gedanke daran da.“ Aber es ging schnell. Das Grundstück kaufte er von der Firma Schief und von der Stadt. Winnender Ingenieure rechneten und planten. Die Fir- ma Schief machte das Fundament, und die Firma Böpple aus Heilbronn baut den Hochbau.

vom 14. Oktober 2010. Karl Otto Kilgus mit Frau aus Alpirsbach war zur Grundsteinle- gung erschienen, und Werner Häfele stellte ihn vor: „Er ist seit über 30 Jahren mein Freund, aber dass wir beide mal zusammen ein Kind krieget, hätte mer ned denkt.“ Das Kind ist die Winnender Markthalle. Ist Kil- gus der Investor? „So sagt mer’s heutztag wohl“, meint er, „I dät sage, i bin Geldge- ber.“ Er legt aus alter Freundschaft sein Geld in der Markthalle an, aber entschei- dend ist für ihn und seine Frau etwas ganz anderes: „Die Nachfolge ist in der Familie Häfele hervorragend geregelt.“ Die vier Söhne von Margit und Werner Häfele sind alle im Geschäft und betreiben es weiter.

Die Metzgerfamilie und der Bäcker

Erst die Familie entwickelt, dann das Geschäft

Am Rande erzählt Metzger Häfele, wie sich die Familienfirma entwickelt hat. Gegrün- dete wurde sie von seinen Eltern 1954 in Fellbach, damals wurde Werner Häfele ge- boren. 1966, als das Schelmenholz gebaut wurde, zog die Familie mit Metzgerei um ins Schelmenholz und hatte dort ihren Be- trieb. 1974 stieg Werner Häfele ins Geschäft ein. Er heiratete seine Frau Margit und sagt: „Mir hen erst die Familie entwickelt und denn onser Gschäft.“ Im Jahr 2000 stiegen die vier Söhne, einer nach dem anderen, ins Geschäft ein, was eigentlich gar nicht ge- plant war von den Metzgersleuten. Ab 2000 begann die Expansion des Familienbe- triebs. Damals hatten sie 30 Mitarbeiter, heute sind es 15 Filialen, ein eigener Schlachthof in Auenstein, 25 Kilometer von

  • Das Besondere an der Metzgerfamilie

Häfele ist die Tatsache, dass vier Söhne zusammen mit ihren Eltern die Firma be- treiben. Max, Moritz, Peter und Armin Häfele waren alle bei der Grundsteinle- gung zugegen. Armin und Peter Häfele sind ausgebildete Metzger, Max und Mo- ritz arbeiten eher kaufmännisch, einer hat Betriebswirtschaft studiert, der andere Kulinaristik. Alle bringen Erfahrungen aus anderen Betrieben mit in die gemein- same eigene Firma.

  • Die Bäckerfamilie Theophil Schulze

aus Urbach haben die Häfeles gezielt ange- sprochen. Sie wollten einen Bäcker mit in die Markthalle aufnehmen, der noch nicht in Winnenden vertreten ist. Kunden hät- ten sie darum gebeten, sagt Werner Häfe-

le. Bei Schulzes kam ein Sohn mit auf die Baustelle. Auch in diesem Betrieb ist die Nachfolgefrage geklärt.

  • Eine bautechnische Besonderheit ist

die Wärmedämmtechnik in der Außen- wand, die Hans-Peter Horeth von der Fir- ma Böpple erklärte. Die Außenwand wird aus sehr dicken und ganz leichten Poro- tonziegeln gebaut, die mit Isoliermörtel verbunden werden. Insgesamt erreichen die Bauleute eine sehr gute Wärmedäm- mung, die den neuen Normen entspre- che, ohne dass dafür Styropor oder Glas- wolle gebraucht würde. Darauf wollte der Bauunternehmer unbedingt verzichten, weil an Supermärkten die brüchigen Putzschichten über Styropor schnell be-

schädigt werden.

(itz)

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