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Grundlagenwissen – Ego und Alter Ego

Grundlagenwissen 3

Ego und Alter Ego 3.1 Identität 3.1.1 Seit ungefähr 2500 Jahren wird nach einer Definition der Identität und über den Ursprung des Ich und das Entstehen des Selbst gerätselt. So gibt es heute eine große Zahl unterschiedlicher Iden- titätstheorien, die nicht nur vom wissenschaftlichen Ansatz, son- dern auch von den jeweiligen Personen abhängig sind. In der Neurophysiologie wird von der Identität als einer genetisch fest- gelegten Nervenbahnverknüpfung ausgegangen, auf die wir keinen Einfluss haben. Die Sozialwissenschaften dagegen lassen der gesell- schaftlichen Interaktion besondere Bedeutung zukommen, da die Identität nicht beim eigentlichen Subjekt, sondern eher durch die mit ihm verbundenen Assoziationen anderer entsteht. Für diese Studie soll allerdings die autarke Identitätsbildung aus der Psycho- analyse herangezogen werden, welche sich auch großteils mit der philosophischen Blickweise deckt.

Doch selbst innerhalb dieser Wissenschaften herrscht große Uneinigkeit. Übereinstimmend kann man wohl feststellen, dass die Identität allein durch den Namen impliziert, dass das Be- zeichnete immer in einer Beziehung zu einem Anderen steht (idem, lt.: der-, die-, dasselbe), wobei die Relation unterschied- licher Natur sein kann. Daraus folgt, dass die Identität nicht als feste Größe zu verstehen ist (im Gegensatz zur Persönlichkeits- kerntheorie) und auch nicht als einfach anzusehen ist, sondern dass es sich eher um sich ständig verändernde und von jedem indi- viduell zu erkämpfende Variablen handelt, die sich durch gesell-

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