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„Der Rote Punkt“ – - page 15 / 27

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Während die Bevölkerung dies einsichtig befürwortet steht im aktuellen Koalitionsvertrag keine Zeile dazu.

Als Mediziner sehe ich jeden Tag von morgens bis abends die Erfolge von Krankheitsvermeidung; meinen ursprünglichen Berufswunsch Mund-Kiefer-Gesichtschirurg hatte ich fallengelassen, da der größte Teil der Krankheiten und Operationen besonders Mundkrebs vermeidbar wäre. Fast alle der schrecklich verstümmelnden Carcinome im Mund, an denen in Deutschland jährlich tausende Menschen elendig zu Grunde gehen, sind bei Reduzierung von Nikotin- und Alkoholkonsum zu vermeiden. 16-stündige aufwendigste Tumoroperationen in der Kieferchirurgie empfand ich als Kampf gegen Windmühlen, die Patienten waren danach häufig verstümmelt, und viele rauchten eine Woche postoperativ wieder und verstarben nach 1-2 Jahren doch.

Es muß etwas gegen die Krankheitsverursacher getan werden!!!

Als Paradebeispiel habe ich Anfang der 80er Jahre erlebt, wie plötzlich ein schlimmes Krankheitsbild fast gänzlich verschwand:

Während bis Anfang der 80er Jahre in den Kiefer-Gesichts-Chirurgischen Unikliniken ständig Patienten, häufig junge Patienten, mit schrecklich entstellten multiplen Schnittverletzungen des Gesichts lagen, war dieses Krankheitsbild plötzlich Mitte der 80er Jahre fast verschwunden.

Was war passiert? Ein medizinisches Wunder? Bahnbrechende neue Therapien? Nein!

Der Gesetzeber hatte die allgemeine Anschnallpflicht im Auto eingeführt und das Nichtbefolgen mit einem im Vergleich zu den jährlichen Unterhaltskosten von mehreren Tausend DM/Auto mit kleinen Sanktionen von ca. 40 DM belegt. Die je 40 DM haben keinem wehgetan, aber die Wirkung war riesig, sie hat in den letzten 20 Jahren zigtausende von Menschen vor fürchterlichen Gesichtsverletzungen bewahrt. Etwa die Hälfte aller Erkrankungen, besonders die schweren und tödlichen wie Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall, alkoholbedingte Unfälle (etwa Autounfälle, Gewalt gegen Frauen von alkoholisierten Männern, viele Haushaltsunfälle) sind vermeidbar!

Wie sagte schon Virchow: „Politik ist Medizin im großen."

Da die Mitglieder der UPI nicht annähernd die Möglichkeiten haben wie Sie, wäre es sehr schön, wenn von Ihnen aktuelle Daten zur Verfügung gestellt werden könnten ( siehe Anlage) die Studie wurde 1998 mit Privatmitteln bezahlt) und ggf. auch inhaltliche Unterstützung kommen könnte.

Mit Frau Dr. Kurth hatte ich vor ca. einem Jahr ein Telefonat über die UPI-Studie geführt. Sie fand die Studie prinzipiell sehr gut und meinte scherzhaft: „... meinen Sie die Politiker machen so etwas vernünftiges?...".

Ich denke, daß Sie vom Robert-Koch-Institut dazu aufgrund Ihrer Kenntnisse und Aufgabenstellung einen entscheidenden Beitrag leisten könnten.

Ich bitte Sie hiermit ganz herzlich um Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. K. Schendel

Brief  „UPI-Studie“  – Seite 2:

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