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„Der Rote Punkt“ – - page 18 / 27

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Brief Koch Institut – Seite 2

Tabakkontrollpolitik in Deutschland".) Die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefährlichkeit dieser Produkte ist zunächst Aufgabe des Elternhauses, des Kindergartens, der Schule und z. B. der Krankenkassen; vor allem die Ärzteschaft und andere Personen des Gesundheitswesens sind aufgerufen, an der Vorsorge aktiv mit zu arbeiten.  Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung hat für die Entwicklung und Verbreitung von Informationsmaterialien die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beauftragt.

Das Robert Koch-Institut befürwortet gesetzliche Maßnahmen, die den Zugang zu Tabakwaren erschweren, den Alkoholkonsum im Straßenverkehr verbieten und die den Konsum über eine Erhöhung der Verbrauchssteuern gesundheitsschädlicher Produkte reduzieren. Die primäre Aufgabe des Robert Koch-Institutes ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Gesundheitsgefahren zu erforschen, zusammen zu tragen und zu bewerten.  Darüber hinaus werden die Erkenntnisse in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, die das Robert Koch-Institut koordiniert, für eine interessierte Öffentlichkeit verbreitet. Wir erlauben uns, Ihnen eine Studie unseres Hauses zu den Kosten alkoholassoziierter Krankheiten, die zurzeit im Druck ist, vorab in Kopie beizufügen.

Die UPI-Studie ist in ihrem analytischen Teil eine ausgezeichnete Arbeit, die wir mit großem Interesse gelesen haben. Eine prinzipiell nicht vermeidbare Schwäche in der Berechnung von volkswirtschaftlichen Kosten von Krankheiten und Krankheitsrisiken ist die große Unsicherheit, welche Kosten in welcher Höhe nach welchem volkswirtschaftlichen Konzept einzubeziehen sind und vor allem welche Daten hierfür überhaupt zur Verfügung stehen. Je nach unterschiedlichem Ansatz kommt man auch zu verschiedenen Ergebnissen. An drei Beispielen möchten wir die Unsicherheiten festmachen.

In unserer Studie zu den Kosten alkoholassoziierter Krankheiten kommen wir auf Gesamtausgaben von mindestens 42 Mrd. DM pro Jahr. Diese liegen um den Faktor 4 über den vom UPI-Institut geschätzten Kosten (Tab. 21, S. 45). Bei den (auch) ernährungsbedingten Krankheiten ist die genannte Summe von 276 Mrd. DM deshalb so hoch, weil der ernährungsbedingte Anteil an diesen Krankheiten nicht geschätzt wurde, was zwar in der Fußnote 5 im UPI-Bericht vermerkt ist, aber weiterhin bleibt unbekannt, welche Kosten ernährungsbedingt entstanden sind. Für die Kosten durch Rauchen liegen inzwischen verschiedene Studien vor, in denen Kosten von knapp 34 Mrd. DM (Weite, König, Leidl 2000¹) und von gut 32 Mrd. DM (Ruff, Volmer, Nowak, Meyer 2000²) berechnet wurden, aber es gibt auch Stellungnahmen (z. B. des DIW), dass die durch Rauchen verursachten Gesamtkosten die Steuereinnahmen nicht überschreiten.

¹ Weite, R., König, H-H. and Leidl, R. (2000). „The costs of health damage and productibity losses attributable to cigarette smoking in Germany." European Journal of Public Health, 10:31-38.

² Ruff, L. K-, Volmer, T., Nowak, D. and Meyer, A. (2000). „The economic impact of smoking in Germany." European Respiratory Journal, 16: 385-390.

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