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Die bittere Wahrheit

Aloe Vera soll Wunden schneller heilen lassen, bei Ekzem und Sarkoiden helfen.

Welche Stoffe wirken in dem Liliengewächs, dessen Blatt-Saft clever vermarktet wird?

Aloe Vera beflügelte die Poesie der mexikanischen Uhreinwohner. Die Mayas nannten den gelblich-weißen Pflanzensaft „Blut der Götter“.

Heute wird der Saft der Aloe – Vera - Blätter in Gels gerührt und auch bei Pferden als Allheilmittel gegen Entzündungen, Verdauungsstörungen und Hautleiden gepriesen. Tierarzt Dr. Henning von Lützow berichtet von equinen Sarkoiden, die binnen weniger Tage schrumpften. Nur durch Aloe – Vera -Trunk.

Das ein bis zwei Meter hohe Liliengewächs sieht mit fleischigen, stacheligen Blattern wie ein Kaktus aus und steht gerne heiß und trocken. Von 300 Aloe-Arten gilt nur die Aloe Barbadensis Miller als die „wahre Aloe“, wie Aloe Vera übersetzt heißt. Weil man in ihrem Blattmark die meisten Wirkstoffe fand, wird sie vor allem im Süden der USA, in Lateinamerika und Spanien angebaut.

Mehr als 160 Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien, Enzyme, Fett- und Aminosäuren entdeckten die Forscher des Aloe Vera Research Institute im kalifornischen Cypress bisher in Aloe-Blättern. Acemannan, eine langkettige Zuckerform (Mukopolysaccharid), ist der wichtigste Stoff. Er soll das Immunsystem stärken, indem er Antikörper und Killerzellen aktiviert und in der Zellmembran einen Abwehrschirm gegen Parasiten, Viren und Bakterien. Acemannan, so wird behauptet, schlage Brücken zu allergieauslösenden Fremdproteinen, damit die körpereigenen Fresszellen diese vernichten können.

Schwefel, Magnesiumlaktat und andere Spurenelemente aus Aloe Vera sollen die Wundheilung beschleunigen. Die Chlorverbindung Lupeol soll antiseptisch wirken und wie Salizysäure (steckt auch in Aspirin)  Schmerzen lindern. Anthrachinone  sollen die Verdauung fördern, die Aminsäuren Trypothophan und Phenylalanin sowie die Fettsäuren Cholesterol, Campesterol und E-Stistosterol sollen Entzündungen hemmen.

In der Humanmedizin werden Aloe – Vera - Produkte gegen vielerlei Krankheiten eingesetzt. Haut-, Gelenk-, Magen- und Darmleiden sollen sie lindern, Strahlen- und Chemotherapie verträglicher machen und bei Krebs, Aids oder Multipler Sklerose die Immunabwehr stärken.

Allerdings gilt Aloe Vera nur dann als Medikament, wenn es Aloin enthält – einen bitteren, gelben Saft aus der Blattschale, der stark abführend wirkt. Harmloser sind Aloe – Vera - Produkte, deren Hersteller die Blätter schälten und das Aloin entfernten. So wird aus der Droge ein leicht bitter schmeckendes Lebensmittel.

Sobald das Blattmark geerntet ist, zerfallen seine Wirkstoffe wie Staub. Nur vier Stunden Zeit bleiben, um es zu stabilisieren. Wird es erhitzt, getrocknet oder gepresst, gehen Inhaltsstoffe kaputt. Deshalb ließ die Firma Forever Living Products (FLP) ihr Stabilisierungsverfahren, dass das Blattmark mit Vitaminen haltbar macht, patentieren. Das Unternehmen aus Arizona besitzt rund 95 Prozent der Weltmarkt-Anteile und vertreibt seine Produkte seit fünf Jahren über Vertreter in Deutschland.

Der Konzern ist kreativ, wenn er ums Erfinden neuer Aloe-Produkte geht. So steckt die  Heilpflanze nicht nur in Wundersalben und Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch in Lidschatten, Shampoos und Zahnpasta. „Fehlt nur noch Aloe – Vera –

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