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Gemeinderat, 18. WP2. März 200718. Sitzung / 57

Prämienentscheidung.

Die Jury ist paritätisch, das heißt, da sind drinnen die Wirtschaftskammer, der Filmfonds Wien und die MA 7, die das dann auch gemeinsam mit dem Filmfonds abwickelt und vor allem die Klein- und Mittelkinos damit unterstützt. Das sind eben die mit maximal vier Sälen und 250 Spieltagen. Da ist es wirklich nicht so schwer, zu entscheiden, wer da würdig ist.

Vielleicht kann ich, wenn es Sie interessiert, die Kinos noch aufzählen - das könnte man fast singen, so wie den Telefonbuch-Blues oder so -: Cine Center, Burg Kino, Topkino, Filmcasino, Bellaria, Urania, Admiral, Gloriette, Kepler, Schikaneder, Votiv, Breitenseer, Haydn, Künstlerhaus, De France; und wenn ich richtig nachgezählt habe, sind es sogar 16. Dem werde ich aber selber noch nachgehen, vielleicht ist irgendein Kino inzwischen mit einem anderen zusammengelegt worden.

Wir verdanken dieser Förderung die Kurdischen Filmtage, das Babykino, „Bollywood", „Balkanfieber" und nicht zuletzt das „Festival du film francophone", das heuer auch wieder im März stattfinden wird.

Ich könnte vielleicht nur noch abschließend sagen, dass es mich gefreut hat - wiewohl das nicht auf die heimische Filmförderung zurückzuführen ist -, dass jetzt ein deutscher Film mit einem, jedenfalls dem Pass nach, österreichischen Regisseur einen Auslands-Oscar bekommen hat. Ich gratuliere Florian Henckel-Donnersmarck sehr herzlich, denn das freut mein europäisches Cineastenherz. - Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Der Herr Berichterstatter verzichtet auf das Schlusswort. Wir kommen damit zur Abstimmung.

Wer für den Antrag ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Der Antrag ist mehrheitlich, mit den Stimmen von SPÖ und GRÜNEN, angenommen.

Wir kommen zur Postnummer 53. Sie betrifft eine Subvention an den Verein "DV8-Film".

Ich bitte die Berichterstatterin, Frau GRin Dr Vitouch, die Verhandlung einzuleiten.

Berichterstatterin GRin Dr Elisabeth Vitouch: Ich ersuche um Zustimmung.

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Die Debatte ist eröffnet.

Zum Wort gemeldet ist Herr GR Schreuder. - Bitte.

GR Marco Schreuder (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

„DV8" ist deutsch; in dem Fall ist es ein Wortspiel und heißt „DV eight“. Nur so viel dazu - macht nichts.

Wenn wir über „DV eight" abstimmen, sprechen wir von „identities", dem „Queer Film Festival", das es alle zwei Jahre gibt. Prinzipiell müsste man sich ja freuen, dass die Stadt Wien es unterstützt. Das tue ich auch. Allerdings sprechen wir von einer Kürzung um 35 000 EUR im Vergleich zu vor zwei Jahren. Das ist meiner Meinung nach nicht verständlich, aus mehreren Gründen.

Zum einen - das kommt auch in mehreren Gesprächen, die man immer wieder führt, immer wieder

durch - werden Festivals gerne miteinander verglichen: Dieses Festival bekommt so und so viel, und die sollen dann auch gleich viel bekommen. Für ein Festival wie das „Queer Film Festival" ist es mit einer Thematik, die im lesbisch-schwulen Bereich stattfindet, tatsächlich irrsinnig schwierig, Sponsorinnen und Sponsoren zu finden. Es gibt seitens der Wirtschaft nach wie vor Berührungsängste auf diesem Gebiet, und deswegen kann man, glaube ich, dieses Festival nicht gleich wie andere Festivals beurteilen. Auch politisch kann man dieses Festival sicher nicht gleich beurteilen. Es ist nicht nur ein kulturpolitischer Beitrag für die Stadt, es ist auch ein gesellschaftspolitischer Beitrag für die Stadt.

Des Weiteren wurde in den Gesprächen, die ich geführt habe - und auch, wie mir vermittelt wurde, in vielen anderen Gesprächen -, immer wieder betont, auch schon vor zwei Jahren, dass dieses Festival in der gleichen Höhe weiter subventioniert werden würde. Wir haben dann auch immer wieder gehofft - wir haben ja sehr oft für dieses Festival und für die Existenz dieses Festivals gekämpft -, wir hätten das ein für alle Mal erledigt. Leider muss man mit dieser Summe sagen: Nein, das haben wir nicht geschafft. Es ist eine Kürzung um 35 000 EUR, eine Kürzung weniger als hundert Tage vor Festivalbeginn!

Jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem, wo „identities" nur stellvertretend, glaube ich, für viele Festivalmacherinnen und -macher stehen kann, und das ist die Planungssicherheit. Zu sagen, eventuell, vielleicht finden wir noch irgendwo eine Summe, die wir euch geben können, schauen wir einmal, und es könnte sich noch ausgehen, dann leider doch nicht, und jetzt ist es diese Summe geworden: So kurz vor dem Beginn eines Festivals, das auch noch international arbeitet, das macht es für Festivalmacher und -macherinnen wirklich unmöglich, zu planen.

Da müssen Filme aus dem Ausland eingeflogen werden. Dann stellt sich die Frage: Können wir Regisseure und Regisseurinnen einladen oder nicht? Da müssen Verträge unterschrieben werden; die Verträge müssen schon Monate davor unterschrieben werden. So kommen wir eigentlich in einen Bereich, der dann zu diesen typischen Entschuldungen führt. Denn so entstehen oft auch Schulden, indem man mündlichen Zusicherungen glaubt, die dann nicht eingehalten werden, sodass es zu Kürzungen kommt, aber die Verträge schon unterschrieben sind.

Das ist ein Problem, deswegen: bedauerlich, bedauerlich! Wir hätten das Festival gerne mit der gleichen Höhe ausgestattet gesehen wie vor zwei Jahren, zumal ja auch Wien-Tourismus und sehr viele Bereiche in dieser Stadt sehr intensiv Werbung für dieses Festival machen. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Die Frau Berichterstatterin hat das Wort.

Berichterstatterin GRin Dr Elisabeth Vitouch: Ja, fast möchte ich dem Marco Schreuder zustimmen, weil ich natürlich auch immer dafür bin, dass Wien und spezielle

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