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Gemeinderat, 18. WP2. März 200718. Sitzung / 67

wurden. Dadurch haben Sie heute eine Situation, wo in einigen wenigen Bezirken Leute mit Migrationshintergrund fast zusammengepfercht zusammenleben müssen. Und in diesen Bezirken ist in den Pflichtschulen ein Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund mit 80, 90 Prozent gegeben, die in vielen Fällen auch ein Sprachproblem haben. Also, es nützt niemandem, glaube ich, wenn wir das alles verschweigen, nicht ansprechen, und nur Maßnahmen fordern.

Ich finde das nicht lustig, weder für die betroffenen Schüler noch für die Lehrer noch für die Eltern, und da befinden wir uns in einem Teufelskreis, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das Image von Schulstandorten leidet, Schüler, Eltern und Lehrer haben keine Erfolgserlebnisse, und Illusionen mit allen negativen Folgen machen sich breit. Das haben wir ja, das können wir alles nicht verschweigen.

Meine Damen und Herren, natürlich können wir jetzt nicht ad hoc die Fehler von gestern und vorgestern rückgängig machen. Aber fest steht, dass wir heute die Verpflichtung gegenüber allen Schülern und Schülerinnen und Lehrern und Lehrerinnen haben, ihnen die bestmöglichen Lern- und Lehrbedingungen zu ermöglichen. Und um genau dieses Ziel zu erreichen, müssen wir bei der Verteilung von Schülern mit Migrationshintergrund, die über Sprachdefizite verfügen, in Hinkunft stärker steuernd eingreifen. Deswegen unsere Forderung nach einer Beschränkung des Anteils von Kindern mit Migrationshintergrund, die Sprachförderbedarf haben, auf 30 Prozent in allen neu zu schaffenden Klassen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mir ist es auch wichtig zu betonen, dass dies sozial verträglich zu geschehen hat und dass es hier an der politischen Führung des Wiener Schulmanagements liegt, auch steuernd einzugreifen, denn wenn wir nämlich wollen, dass gerade diese Schüler mit Sprachproblemen Erfolgserlebnisse in der Schule haben und ihren Weg gehen, müssen wir auch gleichzeitig diverse Sachen fordern.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, vielleicht ein Bereich noch, den ich gerne in diesem Zusammenhang ansprechen möchte: Das ist die aktive Elternarbeit, die mir auch in der Debatte untergeht. Ich denke, dass die ernstliche Elternarbeit auch der Schlüssel zum Bildungserfolg der Kinder ist, denn viele Eltern, das ist ja bekannt, beherrschen die deutsche Sprache ungenügend und sind damit nicht in der Lage, die schulische Arbeit der Kinder zu begleiten und zu unterstützen. Es fehlt in der Integrationsarbeit wahrlich die Elternarbeit, die Aufklärung der Eltern über den Zusammenhang von Sprachkenntnissen, abgeschlossener Schulbildung und künftige Berufschancen. Das muss effizienter gestaltet werden. All dies sind Hindernisse für die Bewältigung von Lernschwierigkeiten, die von Seiten der Stadt Wien angesprochen werden müssen.

Deswegen möchte ich nochmals unsere Forderungen

darstellen, von denen gerade Kinder mit Sprachdefiziten und Migrationshintergrund besonders profitieren würden: Einführung eines von sämtlichen Gebühren befreiten letzten Kindergartenjahres, Schuleinschreibung schon im Herbst vor Schuleintritt, flächendeckende Nachmittagsbetreuung, Senkung der Klassenschülerzahl auf 22 und das Bildungssystem muss streng nach dem Motto, nach dem Grundsatz „jedes Kinder ist wichtig, keines bleibe zurück“ handeln und laufen.

Man muss Verantwortung für jedes einzelne Kind im Bildungsprozess übernehmen und wir müssen uns auch klar werden, wenn wir diese Maßnahmen heute nicht setzen, haben wir morgen ein Riesenproblem, weil eine große Anzahl von Migrantenkindern heranwächst, und wenn denen nicht eine Perspektive eröffnet und gegeben wird, entstehen auch Spannungspotenziale, die letztendlich dann auf uns alle zurückfallen werden, gesellschaftspolitisch und auch finanziell.

Heute bringe ich gemeinsam mit meinen Kollegen von der ÖVP, Wolfgang Aigner und Ines Anger-Koch, einen Antrag ein, betreffend Beschränkung des Anteils von SchülerInnen, die auf Grund ihres Migrationshintergrundes einen spezifischen Sprachförderbedarf haben, auf maximal 30 Prozent in einer Klasse.

Wir wollten ursprüngliche eine sofortige Abstimmung haben, aber es geht uns um die Sache, deswegen lassen wir es in formeller Hinsicht zuweisen. Das darf ich gleich übergeben. (Beifall bei der ÖVP.)

Es gibt noch eine Reihe von Sachen von Kollegin Korun, auf die ich hätte antworten können, aber das möchte ich nicht. Ich möchte nur diesen Verein „Schwarze Frauen Community für Selbsthilfe und Frieden“ erwähnen. Ja, die Forderung dieser Schwarzen Frauen Community wurde nicht erfüllt, aber ich freue mich, dass es heuer verdoppelt wurde. Letztes Jahr haben wir dafür plädiert, dass nur die Hälfte des eingeforderten Betrages genehmigt wird. Ich freue mich, dass es heute mehr ist und hoffentlich nächstes Jahr auch dann noch mehr wird, Frau Stadträtin, und darf meine Rede hier abschließen, danke. (Beifall bei der ÖVP.)

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke vielmals. Als nächster Redner zum Wort gemeldet ist Herr GR Mag Jung. Ich erteile es ihm.

GR Mag Wolfgang Jung (Klub der Wiener Freiheitlichen): Herr Vorsitzender! Meine Damen und Herren!

Um kurz auf die Worte von Kollegin Korun einzugehen. Wir sind durchaus nicht der Meinung, dass in Wien zu wenig Geld für diesen Bereich der Integration ausgegeben wird, aber ob es immer richtig ausgegeben wird, ist eine andere Sache. Hier könnte des Öfteren ein gezielterer Einsatz erfolgen.

Diese ständigen Jeremiaden über die Integrationsproblematik, und dass wir die Leute nicht verstehen, muss ich schon in einem gewissen Sinn zurückweisen.

Wissen Sie, ich habe viele Jahre meines Lebens

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