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Gemeinderat, 18. WP2. März 200718. Sitzung / 9

beschäftigen, beziehungsweise mit vielen anderen, die zu dem Thema ja auch erschienen sind. Das ist etwas, was uns die Geschäftsordnung hier nicht erlaubt, aber in der Gesellschaft wird diese Diskussion trotzdem stattfinden – und jetzt sage ich dazu: Zu einem Buch, das nach Eigendefinition eine Polemik darstellt.

Und wenn man das Buch gelesen hat, was ich zweifelsohne ja auch getan habe - ich habe mir diese Mühe gemacht -, verschließt sich das ja auch nicht, dass es auch ein sehr polemisches Buch ist, das natürlich zwangsläufig entsprechende gesellschaftliche Diskussionen auslöst, nicht nur in Deutschland, obwohl es dort ja schon vor geraumer Zeit erschienen ist und in verschiedenster Form auch rezensiert wurde, äußerst kontrovers rezensiert wurde, sondern nunmehr auch in Österreich. Aber ich denke, dass es ja kein Zufall ist, dass ein ehemaliger „Spiegel"-Korrespondent dieses Buch zum damaligen Zeitpunkt veröffentlicht hat. Auch darüber wäre zu diskutieren.

Aber ich gehe ja auch davon aus, dass auch Ihnen nicht alle Passagen gefallen, die darin enthalten sind, wenn er etwa ganz oben auf Seite 9 schreibt, eigentlich hätte er aufgrund seiner Biographie ein Terrorist werden müssen; nachdem er es aber irgendwie nicht geschafft hat, ist er Journalist geworden. - Ich glaube, dass so etwas Sie wahrscheinlich in besonderem Ausmaß schmerzt, wenn solche Thesen in dem Buch vertreten werden, und es charakterisiert vielleicht auch ein bisschen seinen Zugang dazu. - Hätte er noch mehr an innerer Distanziertheit und vielleicht auch Humor hineingebracht, dann hätte mir das Buch vielleicht wirklich gefallen.

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke, Herr Bürgermeister, für die Beantwortung dieser Frage.

Der Fragesteller der 3. Anfrage ist, so sehe ich, nicht im Saal anwesend, daher kommen wir zur 4. Anfrage (FSP - 00949-2007/0001 - KFP/GM). Diese wurde von Herrn GR Anton Mahdalik gestellt und ist an die Frau amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales gerichtet. (Ein muslimischer Arzt im Donauspital hat die Einrichtung eines eigenen Gebetsraumes für Muslime im SMZ-Ost gefordert und ist mit den sinnvollen und den Grundsätzen der Gleichbehandlung und der Sparsamkeit entsprechenden Plänen der Spitalsverwaltung zur Realisierung eines multikonfessionellen Andachtsraumes nicht einverstanden. Sind Sie als Gesundheitsstadträtin dafür, dass alle Religionen im Donauspital in dieser Sache gleich behandelt werden oder soll für die Muslime eine Zusatzkosten verursachende Einzellösung gefunden werden?)

Ich bitte um Beantwortung.

Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich bin nicht der Meinung, dass Einzellösungen getroffen werden sollen, sondern ich bin der Meinung, dass es sinnvoll ist, gemeinsame Andachtsräume für alle Religionsgemeinschaften, so das gewünscht ist und so das auch räumlich möglich ist, einzurichten oder zu

führen, so wie das ja in vielen Spitälern schon der Fall ist.

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke schön. - Die 1. Zusatzfrage kommt von Herrn GR Mahdalik. Ich bitte darum.

GR Anton Mahdalik (Klub der Wiener Freiheitlichen): Dann sind wir hier einer Meinung, und es wurde auch gestern in der Sitzung der Donaustädter Bezirksvertretung ein dementsprechender dahin gehender Antrag der Freiheitlichen einstimmig beschlossen, dass im SMZ-Ost ein Mehrzweckraum errichtet werden soll, der erstens kostensparend und zweitens dialogfördernd ist.

Unter diesen Gesichtspunkten möchte ich Sie fragen, ob Sie dafür sind, dass bei der Planung für das neue Spital in Floridsdorf auch eingeplant wird, einen Mehrzweckraum in dieser Art und Weise zu errichten, oder ob hier eigene Lösungen für verschiedene Konfessionen angedacht sind.

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Frau Stadträtin, bitte.

Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely: Sehr geehrter Herr Gemeinderat!

Ich bin auch hier der Meinung, dass es sinnvoll ist, unter Einbeziehung aller Religionsgemeinschaften einen gemeinsamen Raum zu machen, so das im Raumprogramm vorgesehen ist. Ich glaube, dass das sinnvoll ist.

Wichtig erscheint mir nur, bei Ihrer Anfrage festzustellen, dass das kein Arzt des Donauspitals ist, sondern ein praktischer Arzt im 22. Bezirk, also kein Mitarbeiter der Stadt Wien, der das hier einfordert, wie Sie ja suggerieren.

Wichtig erscheint mir auch, dass es eben um das Miteinander geht und dass es daher auch bei der Lösung um das Miteinander geht und dass ich genau dieselbe Antwort geben würde, wenn es sich um die Forderung nach einer buddhistischen oder sonstigen Einrichtung handeln würde. Und ich habe die Hoffnung, dass Sie mich das dann auch fragen würden, und nicht nur deshalb, weil hier ein einzelner Arzt - kein Mitarbeiter oder keine Mitarbeiterin der Stadt Wien - das für die Muslime fordert.

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke schön. - Die 2. Zusatzfrage wird von Frau GRin Mag Korun gestellt. Ich bitte darum.

GRin Mag Alev Korun (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrte Frau Stadträtin! Können Sie uns sagen, in wie vielen Wiener Spitälern es derzeit multikonfessionelle Gebetsräume gibt? Und: Sind im Jahr 2007 weitere oder andere multikonfessionelle Gebetsräume für Wiener Spitäler geplant?

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Frau Stadträtin, bitte.

Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely: Es gibt derzeit in fünf Spitälern multikonfessionelle Andachtsräume. Es sind derzeit keine geplant. Das kommt immer sozusagen auf die Frage der baulichen Möglichkeiten an. Ich bin jedenfalls dafür, dass wir bei etwaigen Neu- oder

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