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Deutschland und Österreich, die „Rote“ Armee der Bolschewiken, die „Weiße“ Armee der Royalisten und die von Makhno geführten Kämpfer der Anarchisten, die zeitweise sehr erfolgreich waren; hinzu kamen noch marodierende Gruppen von Don-Kosaken und ukrainischen Nationalisten. Zentrum dieser wechselhaften Kämpfe war die Ukraine; manche Städte dort erlebten in den drei Jahren einen sechzehnmaligen Wechsel der Besatzungstruppen. Anfang 1921 enden diese Kämpfe endgültig mit dem Sieg der von Trotzki geführten Roten Armee; die Geheimpolizei Tscheka der Bolschewiken liquidiert zahllose Anarchisten (und andere Oppositionelle). Es existiert eine reichhaltige Literatur über diese Ereignisse, die zahlreiche Augenzeugen-Berichte einschließt. Sie ist im Internet leicht recherchierbar 14.

    Sascha wird nach der Niederlage der Anarchisten erneut gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Über seine Freunde und Mitkämpfer aus dieser (oder früherer?) Zeit wissen wir nur wenig; wir werden später noch einmal darauf zurück kommen.

    In den ungefähr drei Jahren des Mehrfronten-Kampfes lernt Sascha eine jüdische Frau namens Rachil kennen, die er heiratet, mit der er einen Sohn hat und die später bei seiner Flucht aus dem Gefängnis mithilft 15. Über Rachil und den gemeinsamen Sohn Dodek ist fast nichts bekannt (wenn auch einige Fotografien und sogar einige Briefe 16 erhalten geblieben sind). Es scheint, dass Rachil nach einigen Jahren das Leben mit Sascha nicht mehr ertragen konnte. Nach seiner Flucht entschließt sie sich trotz seiner dringenden Appelle, ihm nicht in den Westen zu folgen. In EF wird gesagt, dass sie sich einem Mann namens Senja zugewandt hat.

.....

Sascha selbst und später Grothendieck haben erfolglos nach dem Schicksal Dodeks geforscht. In EF (Teil VI, S. 143 ff) wird berichtet, dass Sascha (etwa 1926) über Mittelsmänner einen Brief von Rachil erhielt und folgendes erfuhr:

Sie ist jetzt freigelassen aus dem Konzentrationslager auf den Solowetzky-Inseln. Das schlimmste Lager, das es gibt in Sowjet-Rußland. Vier Jahre hat

14   Ein Augenzeugenbericht eines wichtigen Exponenten dieser Bewegung ist P. Arschinoff, Geschichte der Machno-Bewegung, mehrere Ausgaben und Auflagen, z.B. Karin Kramer Verlag, Berlin o.J. Über die russischen Revolutionen der Jahre 1905 – 1921 insgesamt berichtet Volin, Die unbekannte Revolution I, II, III (3 Bände), verschiedene Ausgaben und Auflagen.

15   Rachil hatte später den Familiennamen Sapiro, das einzige unabhängige Indiz, dass Grothendiecks Vater tatsächlich Schapiro hieß.

16 Diese Briefe befinden sich ...

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