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doch diese Tatsache kommt in EF niemals zur Sprache. Das einzige, was sich sagen lässt, ist Grothendiecks gelegentliche Feststellung in CdS, dass Sascha tolerant gegenüber religiösen Überzeugungen war.

4.  Sascha in Paris und Berlin

Von 1921 bis etwa 1924 hält Sacha sich abwechselnd in Paris, Belgien, Berlin und möglicherweise auch an anderen Orten auf; von etwa 1924 bis Juni 1933 lebt er ganz überwiegend in Berlin. Mehrfach wird er ausgewiesen und zwischen diesen Ländern hin und her geschoben. Dann flieht er vor den Nationalsozialisten nach Paris, nimmt später am spanischen Bürgerkrieg teil, wird in Frankreich interniert und 1942 nach Auschwitz deportiert.

    In Paris zählen zu seinem Bekanntenkreis der Schriftsteller Scholem Asch und der Maler, Bildhauer und Journalist Aron Brzezinski (1890 – 1940); beide sind polnische Juden. Man trifft sich mit anderen Künstlern im Café Dôme 17. Brzezinski fertigte von Sascha eine Bronzebüste an, von der Bilder in verschiedenen Kunstzeitschriften abgedruckt wurden. 18 Er war schon vor dem Ersten Weltkrieg nach Paris gekommen und hatte später einige Zeit auch in London gelebt. Während der bolschewistischen Revolution reiste er nach Moskau und kehrte einige Jahre später nach Paris zurück. In EF  wird berichtet, dass Brzezinski in großer Armut lebte und zeitweise versuchte, seinen Lebensunterhalt als Gepäckträger auf dem Bahnhof zu verdienen. Er engagierte sich als Journalist und Schriftsteller für die jüdische Sache und starb 1940 krank, vergessen und verarmt.

    Man wird vermuten dürfen, dass Sascha in Paris gelegentlich Kontakte zu Makhno und seinem Umkreis hat; Makhno war um die gleiche Zeit wie er selbst aus Russland geflohen. Sicher hat Sascha auch in der anarchistischen Bewegung mitgearbeitet; konkrete Einzelheiten konnten bisher nicht ermittelt werden. Es wurde schon berichtet, dass Sascha seinen Lebensunterhalt über viele Jahre in erster Linie als Straßenfotograf verdiente. In EF (Teil V, S. 147 ff) wird berichtet, wie Sascha zu diesem Gewerbe gekommen ist:

17 Das Cafe Dôme war ein Treffpunkt der gesamten künstlerischen Elite von Paris. Es ist ein faszinierender Gedanke, dass Sascha zu dieser Zeit oder später in den 30er Jahren hier Leute wie Picasso, Kokoschka und unzählige andere getroffen haben könnte. Vgl. Willy Maywald, Die Splitter des Spiegels. Eine illustrierte Autobiographie, Schirmer, München1985.

18   Ein kleiner Zeitschriftenausschnitt mit einem solchen Foto ist noch heute vorhanden.

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