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Letzterer (auch Tscherny oder Tschernyi geschrieben) gehörte seit Anfang des Jahrhunderts der anarchistischen Bewegung an; er war ein Dichter und wurde im September 1921 umgebracht. Über Schwansky ließ sich bisher nichts ermitteln.

    Eine bedeutende Persönlichkeit des Anarchismus ist der Amerikaner Alexander Berkman (1870 – 1936), der während der Revolutionsjahre zusammen mit Emma Goldmann (1869 – 1940) Russland besuchte. Er ist dort mit Sascha zusammen getroffen und besucht ihn später (etwa 1925) in Berlin. Dazu heißt es in EF:

Alexander Berkman ist aus Amerika gekommen [...] Sascha freut sich auf das Wiedersehen. Das letzte Mal haben sie sich getroffen in Minsk, im Winter 1921, als Sascha auf der Flucht war. Da hat Alexander Berkman ihm Geld geben können, damit er über die Grenze komme. [...]

Berkman ermahnt Sascha, seine schriftstellerische Arbeit fortzusetzen:

Die Genossen in Amerika wundern sich Sascha! Warum schreibst Du so selten etwas? Frau Lott, sorgen Sie dafür, dass Sascha sich wieder an seine schriftstellerische Arbeit macht! Wir erwarten noch viel von ihm. Aufsätze – Gott, Aufsätze kann jeder schreiben. Aber wenn einer das Zeug dazu hat, das Epos der russischen Revolution zu schreiben, dann ist es Sascha.

Sascha antwortet:

Sag mir nichts, Berkman. Du weißt nicht, wie es mich peinigt, daß ich so lange nicht bin zum Schreiben gekommen. Aber es wird sein. Es muß sein. Und bald. Du wirst sehen. – Nein, sag mir lieber: wie geht es Emma Goldmann und den übrigen Genossen? 19

Ganz nebenbei erwähnt werden in EF die beiden eng befreundeten Spanier Buenaventura Durruti (1896 – 1936) und Francisco Ascaso (1901 – 1936), zwei führende Leute der zeitweise sehr starken spanischen anarcho-syndikalistischen Bewegung. Offenbar hat Sascha sie in Paris getroffen; welcher Art diese Kontakte waren, ist nicht bekannt. Es ist gut vorstellbar, dass es während des spanischen Bürgerkrieges erneut zu einer Begegnung kam.

    Etwas mehr erfährt man in EF über Francisco Ghezzi, ein Italiener, der 1921 ein Attentat auf die Mailänder Oper verübte, dann nach Berlin flüchtete und dort unter Mithilfe von Sascha versteckt wurde. In EF wird beschrieben, wie versucht wurde, die Polizei, die sich im Nebenzimmer von Saschas Behausung versteckt hatte, an der Nase herum zu führen. Es muss erst zu etwas slapstick-haften Szenen gekommen sein; dann wurde Ghezzi doch verhaftet. Er setzte sich in die UdSSR ab, wo er 1929 verhaftet wurde. Trotz einer internationalen Kampagne zu seiner Freilassung starb er 1941 in

19 Hier wüsste man gerne, wer mit den „übrigen Genossen“ gemeint ist.

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