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Alexander selbst schreibt am 15.12.1948 ebenfalls an Dagmar Heydorn 22:

Hanka schreibt intensiv an ihrem Roman, sie fängt wieder an, zu ihrer früheren Arbeitskraft zu gelangen. Ende 1949 wird das Buch vielleicht schon erscheinen. Ich bin ob dieser Wiedergeburt froher, als über meine eigene Arbeit ...     

Das Buch muss 1953 im Wesentlichen fertig gestellt gewesen sein. Andererseits findet sich in dem Text eine handschriftliche Notiz, die darauf hindeutet, dass Hanka sich noch 1955 mit dem Text beschäftigt hat. Wie auch aus dem Roman selbst hervorgeht, war es Hankas Wunsch und eigentliches Lebensziel, Schriftstellerin zu werden. In ihren französischen Personaldokumenten ist als Beruf femme de lettres angegeben. Es scheint sicher zu sein, dass sie neben einer Reihe von Zeitungsartikeln auch einige Novellen – wohl eher Kurzgeschichten – geschrieben hat. Diese konnten bisher nicht aufgefunden werden und sind vermutlich verloren gegangen. Dass irgend etwas außer den Zeitungsartikeln und einem einzigen Gedicht jemals veröffentlicht wurde, erscheint nahezu ausgeschlossen 23.

    Grothendieck erwähnt diesen Roman öfter in seinen Aufzeichnungen, allerdings meistens als eine Quelle für biographische Informationen über seine Eltern und vor allem seine Mutter, und weniger als ein literarisches Werk. In Le Clef des Songes kommt er allerdings einmal auf dieses Buch als Roman zu sprechen. Was er dort schreibt lässt sich nicht ganz mit den bekannten Tatsachen (oder Vermutungen) über dieses Buch zur Deckung bringen. Es scheint, dass das letzte Wort über Konzeption, Umfang und Ausführung dieses Werkes im Augenblick noch nicht gesprochen werden kann. Er schreibt (CdS, S. 129 – 130):

Meine Mutter hinterließ mir bei ihrem Tod das Manuskript eines autobiographischen Romans (der im Jahr 1924 endet, dem Jahr der Begegnung mit meinem Vater) und weitere ebenfalls autobiographische Schriften, die sie 1945 zu schreiben begonnen hat und seit 1952 als Baustelle zurückgelassen hat. Diese Texte sollten eine ungeheuer weite Szenerie darstellen, zugleich historisch und persönlich, und zwar in drei großen Stücken, die sie niemals fertig stellte. [An dieser Stelle eingeschobene Fußnote in CdS: Der im Wesentlichen fertiggestellte Roman „Eine Frau“ war als der erste Teil eines Triptychons „Der Weg“ geplant. Der zweite Teil hatte als hauptsächliches Thema das Leben der Emigranten in Berlin und Paris. Der dritte Teil sollte den Erfahrungen während

22   Beide Briefe befinden sich ...

23   Es könnte sein, dass eines ihrer Gedichte anonym in einer Liedsammlung aus dem Umkreis der Wandervogel-Bewegung abgedruckt wurde. Eine entsprechende Bemerkung findet sich in EF; diese Vermutung ließ sich noch nicht aufklären. Es ist denkbar, dass es sich bei den erwähnten Novellen oder Kurzgeschichten um einzelne Kapitel der geplanten Fortsetzung des Romans handelt. Eine Cousine Hankas sagt, dass sie 1953 eine Episode aus dem Internierungslager  gelesen habe.

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