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welcher Beschäftigung er nachgegangen ist. In den Berliner Adressbüchern der fraglichen Jahre ist er nicht verzeichnet. Es existiert im Zusammenhang mit der Bestellung eines Vormundes für seine Tochter Maidi lediglich eine Erklärung ... Er scheint sich um seine Tochter nicht gekümmert zu haben; sonst hätte das Vormundschaftsamt kaum nach ihm suchen müssen.

    Im Sommer 1933 (vermutlich im Juni) wird die Lage in Deutschland für Sascha zu gefährlich und er emigriert nach Paris. Es heißt, dass er eines Nachts gegangen sei, ohne sich von seinen Kindern zu verabschie­den. Es heißt weiter, dass Schurik sehr verletzt gewesen sei und ihm das später niemals verziehen habe. Doch die Ereignisse wiederholen sich: Später haben Hanka und auch Alexander ganz ähnlich gehandelt.

    Hanka beschließt, ihrem Lebensgefährten so bald wie möglich zu folgen. Um die Jahreswende 1933/34 verlässt auch sie Berlin und geht nach Frankreich. Dies bedeutet die endgültige Trennung von ihrer damals noch nicht ganz zehnjährigen Tochter. Und damit geht auch die Berliner Periode im Leben von Sascha, Hanka und Schurik zu Ende.

Grothendieck bemerkt wiederholt, dass seine Eltern ihre Beziehung zu einer „Großen Liebe“ hochstilisierten, der sich alles unterzuordnen hatte, ...

7.  Hamburg-Blankenese, 1934 – 1939

Die Zeit von der Jahreswende 1933/34 bis Anfang Mai 1939 verbrachte Alexander bei einer Pflegefamilie in Hamburg-Blankenese, der Familie Wilhelm und Dagmar Heydorn. In Kapitel 2 ist erwähnt worden, wie Hanka im Prozess um den Pranger Pastor Heydorn kennen gelernt haben könnte. Warum und wie es zu dieser Übersiedlung gekommen ist, beschreibt Dagmar Heydorn in ihren Lebenserinnerungen, aus denen im folgenden (leicht gekürzt) zitiert wird. Dazu ist allerdings anzumerken, dass sie diese Erinnerungen im Alter von über neunzig Jahren verfasst hat and dass die Daten und ähnliche Angaben nicht immer ganz stimmen. In der Gesamttendenz sollte ihr Bericht über den kleinen Schurik jedoch zutreffen, auch wenn ihre Erinnerung ganz sicher von mütterlicher Zuneigung geprägt ist. Unter der Überschrift „Der kleine Russe“ schreibt sie  31:

31   Die Erinnerungen von Dagmar Heydorn

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