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Bollnow ebenfalls aus Damgarten 2. (Diese Kleinstadt liegt auf halber Strecke zwischen Rostock und Stralsund an der Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern am Saaler Bodden.) Laut Eintrag im Taufregister war Albert das zehnte Kind. Es wird berichtet 3, dass der Jähzorn seines Vaters ihn wie einige seiner Brüder mit fünfzehn Jahren aus dem Haus trieb. In Rostock übte Albert das Gewerbe eines Bierhändlers aus. 1894 heiratete er dort Johanne Sophie Friedericke Bender, Tochter des Lotsen Peter Bender aus Cuxhaven. Aus dieser Ehe ging eine Tochter Eleonore hervor, über deren weiteres Leben nur wenig bekannt ist. ...

    Seine zweite Ehe schloss Albert Grothendieck als Witwer am 23.2.1900 mit der Wirtschafterin Anna Luise Lisette Johanna Demmin. Sie war am 1.6.1872 geboren, ebenfalls evangelisch-lutherisch und entstammte einer „alten“ in Liessow (Kreis Güstrow, Mecklenburg) ansässigen Bauern- und Gastwirtfamilie 4. Ihre Eltern waren der Erbbauer, Erbkrugwirt und Erbschmied Friedrich Johann Christoph Demmin und dessen Ehefrau Wilhelmine Sophie Henriette geb. Sürß (oder Sürss). Sie bewirtschafteten einen größeren Bauernhof, zu dem auch eine Ton- und eine Kiesgrube und ein Kolonialwaren-Geschäft gehörte. Die Eheschließung von Albert und Anna fand in Knegendorf, einige Kilometer südlich von Liessow statt. Es war Eile geboten, denn die Braut war schwanger, eine Tatsache, die später Hanka Grothendieck ihrem Vater vorhalten konnte, wenn es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen wegen ihres eigenen Lebenswandels kam. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: Johanna (die sich später Hannah, dann Hanka nannte), die Mutter Alexanders, Fritz, Claus und Siegfried 5.

    Albert Grothendiecks berufliche Laufbahn ist alles andere als gradlinig, sein Charakter alles andere als einfach. Ein Familienangehöriger, der sich noch an ihn erinnert, sagte wörtlich: „Er war ein Lebemann, der viel in seinem Leben

2  Die Vornamen von Albert Grothendiecks Vater sind in den beiden Heiratsurkunden verschieden angegeben. Auch bei anderen Personen dieser Generationen finden sich in den vorhandenen Urkunden Differenzen bezüglich der Vornamen. Wenn im folgenden nichts anderes gesagt wird, befinden sich zitierte Dokumente und Urkunden in Privatbesitz.

3   Bemerkungen wie „es wird berichtet“ beziehen sich meistens auf Hanka Grothendiecks Roman „Eine Frau“.

4   Hier ist schon der erste gravierende Irrtum zahlreicher biographischer Berichte aufzuklären: Die Familie seiner Mutter hat keinerlei jüdischen Hintergrund.

5   Die Lebensdaten der Kinder – soweit bekannt – sind die folgenden: ....

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