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zwischen fortschrittlichen (Arbeiter, Bauern, Intellektuelle) und konservativen, reaktionären bis faschistischen Kreisen (Monarchisten, Kirche, Armee, Großgrundbesitzer) blieben jedoch bestehen. Im Juli 1936 kam es zu dem von Franco geführten faschistischen Putsch. Franco wurde von Italien und Hitler-Deutschland entschlossen unterstützt, die republikanische Seite halbherzig von den westlichen Demokratien und den „Internationalen Brigaden“. Ab November 1936 kam es zu einer erbitterten Schlacht um Madrid. Auf der einen Seite stand Franco mit seinen hauptsächlich afrikanischen Truppen (Souchy spricht immer von den „Mohren“) unterstützt von italienischen und deutschen Truppen und Waffen, auf der anderen Seite – man kann das ohne Übertreibung sagen – das ganze spanische Volk, das schlecht organisiert, aber von unzerstörbarer Begeisterung getragen die Errungenschaften der Republik verteidigte. Zunächst behielten die Republikaner, bei denen die Anarchisten die bei weitem stärkste Fraktion waren, die Oberhand und konnten sogar eine Gegenoffensive beginnen. Die Kommunisten griffen unter ideologischer Führung Moskaus zwar auf republikanischer Seite ein, sie trachteten jedoch danach, die Kontrolle über die republikanische Seite zu gewinnen. Ihre Aktionen richteten sich auch gegen die in Spanien dominierenden Anarchisten (die kommunistische Partei Spaniens war vor dem Bürgerkrieg nahezu bedeutungslos gewesen). Auf diese Weise trugen sie mit zur Schwächung und Niederlage der rechtmäßigen republikanischen Regierung bei. Im Frühjahr 1939 hatte Franco gesiegt, die Republikaner flüchteten zu Hunderttausenden nach Südfrankreich.

    Eine sehr lesenswerte Darstellung dieser Zeit aus anarchosyndikalistischer Sicht gibt Augustin Souchy, einer der führenden Anarchisten dieser Zeit, der mit (dem bekannten) Alexander Schapiro und anderen führenden Leuten der anarchistischen Bewegung eng zusammengearbeitet hatte. Seinen bewegenden und dramatischen Bericht 36 muss man lesen, wenn man versucht, eine Vorstellung davon zu erhalten, was Grothendiecks Vater in Spanien erlebt haben könnte. Dem Buch ist folgende Widmung vorangestellt:  „Den Kämpfern für die spanische Freiheit zu Gedenken“. In diese Gedenken wird man Sascha einschließen dürfen.

    Am 1.9.1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Überfall auf Polen; an der Westfront kam es zunächst nicht zu größeren Kampfhandlungen. In Frankreich wurden deutsche Staatsbür­ger, aber auch ausländische Kommunisten und andere „unerwünschte Personen“, in Lagern interniert. Am

36   Augustin Souchy: Anarcho-Syndikalisten über Bürgerkrieg und Revolution in Spanien. 1969 März-Verlag, Darmstadt.

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