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10.5.1940 begann die deutsche Offensive im Westen, die am 10.6. mit der Besetzung von Paris im wesentlichen abgeschlossen wurde. Drei Tage später wurde das Vichy-Regime unter Marschall Petain installiert. Drei Fünftel von Frankreich waren von Deutschland besetzt, der Rest im Süden bildete einen pseudo-unabhängigen Vasallenstaat. Nur das große französische Kolonialreich hatte noch eine gewisse Unabhängigkeit. Während des Vichy-Regimes nahmen die schon vorher vorhandenen antisemitischen Tendenzen in der französischen Gesellschaft noch erheblich zu. Am 8.11.1942 landeten die Alliierten ohne französischen Widerstand in Marokko und Algerien. Die Deutschen reagierten auf diesen Mangel an Widerstandswillen drei Tage später mit der Besetzung von ganz Frankreich. Die noch weitgehend intakte französische Flotte versenkte sich selbst im Hafen von Toulon. Im Juni 1944 begann mit der Landung in der Normandie die Befreiung von Frankreich, und im August zogen die alliierten Truppen zusammen mit den von de  Gaulle geführten französischen in Paris ein.

Wir wenden uns jetzt wieder dem Schicksal von Sascha und Hanka zu, über deren Lebensumstände in den Jahren 1934 bis 1940 fast nichts bekannt ist, nicht einmal, ob und wann sie überhaupt zusammengelebt haben (was wohl überwiegend nicht der Fall war). Es ist zu vermuten, dass Sascha ab Mitte 1933 einige Jahre in Paris gelebt hat. Am 8.8.1933 schreibt er einen Brief an Maidi, das einzige Schriftstück von seiner Hand, das bisher gefunden werden konnte. Man wird annehmen dürfen, dass er seinen Beruf als Straßenfotograf ausübt und enge Kontakte zu den Zirkeln der Emigranten und Anarchisten hat. Sicher ist, dass er während des spanischen Bürgerkrieges einige Zeit in Spanien verbringt, vermutlich ab etwa August 1936 37. Nach Aussage seines Sohnes hat er nicht selbst aktiv gekämpft, aber er ist unterstützend auf republikanischer Seite tätig.

    Mit viel Mühe und Glück ist es gelungen, eine kleine Spur seiner Aktivitäten in Spanien zu finden. Am 9.3.1937 fand in Barcelona im Haus der C.N.T. – F.A.I. (Confederación Nacional del Trabajo bzw. Federación Anarquista Ibérica) ein Treffen der Milizionäre statt, in dem es offenbar um einen Erfahrungsaustausch im Kampf gegen die  Truppen Francos ging. Dabei ergriffen unter anderen Ascaso und Souchy das Wort, aber auch ein gewisser Sacha Pietra, offenbar

37   Souchy schreibt in dem gerade erwähnten Buch (S. 181): Die ersten Freiwilligen kamen in den ersten Augusttagen aus Frankreich. Es waren französische und italienische Anarchisten. Dieses Datum passt ungefähr zu den gleich zitierten Bemerkungen von „Sacha Pietra“.

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