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unser Mann 38:

Ich bin nicht Milizionär, aber ich bin in Russland gewesen, wo ich die Revolution erlebt habe, und ich konnte dort drüben die Art und Weise kennen lernen, mit der man sich der Anarchisten entledigt hat. Nachdem er ein Resumé der makhnovistischen Bewegung gegeben hat, erinnert dieser Genosse an das, was seit den acht Monaten geschehen ist, die er in Spanien ist, und er hebt hervor, dass solange wir Waffen haben die Revolution noch lebt. Hier ist immer noch die Revolution, das wahre Leben. Was wichtig ist, das ist der Geist, der die Sache belebt. Wir sind nicht verloren, hier ist es, wo sich die Sache der Weltrevolution abspielt. Ich glaube, dass einige Genossen mit ihrer Kritik zu leichtfertig sind. Vor allem ist es wichtig den anarchistischen Geist zu bewahren. Es handelt sich auch darum, die Mittel zu finden, die Kräfte.

Sicher ist es nicht angebracht, in die sehr zufälligen Worte dieses Protokolls zu viel hinein zu interpretieren, aber an manchen Stellen meint man Grothendieck in seinen Meditaitonen zu hören: Was wichtig ist, das ist der Geist, ... Sein Sohn berichtet weiterhin, dass Sascha sehr desillusioniert aus Spanien zurückkehrte. Ein Wunder wäre das nicht, nachdem er wieder erleben musste, wie die anarchistische Bewegung stärkeren Kräften zum Opfer fiel. Allem Anschein nach nimmt er dann seinen alten Beruf als Straßenfotograf in Paris wieder auf. Wir haben schon gehört, dass er dort etwa Anfang bis Mitte Mai 1939 seinen Sohn in Empfang nimmt.

    Was Hanka betrifft, so erwähnt Grothendieck in CdS nebenbei, dass Hanka zwischen 1933 und 1939 als Gouvernante und „Mädchen für alles“ (bonne à tout faire) gearbeitet habe, oft bis an die Grenzen ihrer Kräfte. Sie hat anscheinend ebenfalls am Spanischen Bürgerkrieg teilgenommen; ganz eindeutige Hinweise gibt es allerdings nicht. Ein wenig Auskunft ergibt weiterhin die Korrespondenz im Zusammenhang mit Schuriks Übersiedlung. Am 3.4.1939 erklärt Heydorn vor dem Amtsgericht:

Die Mutter wohnt in Nimes in Süd-Frankreich. Es geht ihr wirtschaftlich gut. Das habe ich jedenfalls aus ihren Briefen, die wir gewechselt haben, entnommen. ... Wir haben uns bereits mit dem Erzeuger Tanaroff in Paris in Verbindung gesetzt, der das Kind in Paris in Empfang nehmen und dafür Sorge tragen wird, daß er richtig bei seiner Mutter eintrifft. ... Aus dem Brief, den ich vor einigen Tagen bekommen habe, ist zu entnehmen, daß die Mutter in einem kleinen Hause zur Miete wohnt und ihre gute Arbeit hat. ...

Heydorn erwähnt außerdem, dass die Mutter in den Sommerferien Arbeit in den Weinbergen habe und dann ein Besuch Schuriks nicht so gut passen würde.

38  Es wird zitiert aus dem Supplement au Bulletin d'Information vom19.6.1937 der C.N.T. / F.A.I.  Es befindet sich in

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