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    Alexandre Grothendieck

    dit Alex le Poète

    allemand, russe ?

    mère au camp de Gurs

    enfant très intelligent, toujours plongé dans ses réflexions, ses lectures, écrivant

    très bon joueur d'échecs – parties acharnées avec M. Steckler

    réclame le silence pour écouter la musique

    sinon enfant tapageur, nerveux, brusque

In Grothendiecks eigenen Aufzeichnungen, finden nur wenige Zeilen, die Le Chambon gewidmet sind, u.a. die folgenden aus ReS:

Die letzten Jahre des Krieges, während meine Mutter im Lager interniert blieb, war ich in einem von der Schweiz finanziertem Kinderheim [du „Secours Suisse“ im Original] für Flüchtlingskinder in Chambon sur Lignon. Die meisten waren Juden, und wenn wir (von der lokalen Polizei) gewarnt worden waren, dass es eine Razzia der Gestapo geben würde, dann versteckten wir uns für eine oder zwei Nächte in den Wäldern, in kleinen Gruppen zu zweit oder zu dritt, ohne uns viel Gedanken darüber zu machen, ob es wohl gut ausgehen würde. Die Gegend war voll gestopft mit überall auf dem Land versteckten Juden, und viele wurden gerettet dank der Solidarität der lokalen Bevölkerung.

    Was mich vor allem auf dem „Collège Cévenol“ (wo ich Schüler war) wunderte, war, wie wenig meine Kameraden sich für das interessierten, was sie dort lernten. Was mich betrifft, ich verschlang die Schulbücher gleich zu Beginn des Schuljahres und dachte jedes Mal, dass ich jetzt endlich wirklich interessante Sachen finden würde; und den Rest des Jahres verbrachte ich meine Zeit, so gut ich konnte, während das Programm das ganze Trimester lang gnadenlos heruntergeleiert wurde. Dennoch hatten wir auch sympathische Lehrer. Der Lehrer für Naturwissenschaften, Monsieur Friedel, hatte eine bemerkenswerte menschliche und intellektuelle Qualität. Aber unfähig „durchzugreifen“ ging sein Unterricht in einem vollständigen Chaos unter, so dass es gegen Ende des Jahres völlig unmöglich wurde, seiner schwächlichen Stimme in dem allgemeinen Tohuwabohu zu folgen. Es ist deswegen, wie es so kommt, dass ich nicht Biologe geworden bin!

In CdS kommt er noch einmal auf diesen Monsieur Friedel zu sprechen:

... im März 1944 war unser Lehrer [im Originaltext prof] in den Naturwissenschaften und in Physik, Monsieur Friedel, zu dem Kinderheim gekommen, wo ich damals lebte, um über die Evolution zu plaudern. Er war ein Mann, der einen Geist von bemerkenswerter Finesse hatte, der das wesentliche einer Frage erfasste und andere erfassen ließ, die entscheidende Idee, von der aus sich alles andere auflöste, während die Schulbücher (und die anderen Lehrer) nichts kannten als öde Aufzählungen von Fakten, Formeln, Daten ... Ich bewunderte seinen Unterricht, und es war eine Tragödie, dass er bei dieser Lebendigkeit des Geistes und Großzügigkeit des Herzens keinerlei Autorität bei den Schülern hatte. Sie packten vielmehr diese günstige Gelegenheit beim Schopf, einen Lehrer, der nicht das Herz hatte durchzugreifen, zu Tode zu hetzen,

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