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anstatt das seltene Glück zu ergreifen, einem Menschen mit Intelligenz und Herz zuzuhören und in ein Gespräch mit ihm einzutreten. Ich erinnere mich, dass er außerhalb des Unterrichtsprogramms die Initiative zu einem Gespräch über das Thema Liebe ergriff, über die physiologischen und biologischen Aspekte – sicher ein heikles Thema, denn er wandte sich an Jugendliche in der Pubertät. Während dieser zwei Gespräche kam es glücklicherweise nicht zu dem üblichen Krawall, und ich glaube, dass alle mit Spannung zuhörten. Monsieur Friedel war gläubig, und diese Gespräche führte er aus dem Blickwinkel des Glaubens. ...

In diesem Zusammenhang ist vielleicht eine Bemerkung Cartiers interessant, die er in dem schon zitierten Artikel in einer Fußnote macht:

In the 1960s I made the acquaintance of a former teacher at Collège Cévenol who was on the eve of retirement. I arranged a meeting between Grothendieck and his former teacher, which was a very emotional experience for both of them.

Was nun Alexander Grothendieck betrifft, bleibt ein Rätsel, ein gewisser Widerspruch zurück.  ...

12.  Maisargues par Vendargues, 1945 –1948

Im Jahr 1944 beginnt eine neue entscheidende Phase im Leben Alexander Grothendiecks, die Phase seines Lebens als Mathematiker. Rückblickend schreibt er in ReS immer wieder, dass die 25 Jahre von 1945 bis 1970 vollständig der Mathematik gewidmet waren. In diesen Jahren wird er und ist er der weltberühmte Mathematiker, als der er in die Geschichte eingegangen ist. (Er schreibt aber auch immer wieder, z. B. in La Clef des Songes, dass diese Jahre eine Periode der „spirituellen Stagnation“, einer „Reise durch die Wüste“ waren.)

    Was im Jahr 1944/45 geschehen ist, ist bisher nicht durch Dokumente zu belegen, aber man kann es sich in etwa zusammen reimen. Wie schon früher gesagt, berichtet Alexander in CdS, dass seine Mutter Anfang 1944 aus dem Lager entlassen wurde. Sie lebte dann einige Zeit in der Kleinstadt Vabre im Departement Tarn. Wie lange sie sich dort aufgehalten hat, ob sie an einen anderen Ort gezogen ist und wie sie ihren Lebensunterhalt verdient hat, ist

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