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Update on Panic Disorder

Symposium

IVth Annual Meeting of the Society for Anxiety Research November 17, 2001, University of Muenster, Germany

(Abstracts in German)

German J Psychiatry 2001; 4: S7 Pharmakotherapie der Panikstörung

Borwin Bandelow Psychiatrische Klinik der Universitä t Göttingen, von- Siebold-Str. 5, D-37075 Göttingen

German J Psychiatry 2001; 4: S7 Psychodynamische Therapie der Panikstö- rung

PD Bassler, Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitä t Mainz

Für die Behandlung der Panikstörung kommen in erster Linie Antidepressiva wie die selektiven Serotoninwiede- raufnahmehemmer (SSRI) und trizyklischen Antidepres- siva (TZA) zum Einsatz. Die Wirkung ist für SSRI wie Citalopram, Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin und Sertralin sowie für TZA wie Imipramin und Clomipra- min belegt. In Deutschland sind Citalopram, Paroxetin und Clomipramin zugelassen. Bei Therapieresistenz können Benzodiazepine wie z.B. Alprazolam verwendet werden, wenn sich in der Anamnese keine Hinweise auf eine Abhä ngigkeitsentwicklung (Hochdosisabhä ngigkeit) finden. Auch zur Überbrückung der Zeit bis zum Wir- kungseintritt der Antidepressiva können kurzfristig Benzodiazepine gegeben werden. Wenn andere Mittel versagen, kann unter fachä rztlicher Kontrolle ein Versuch mit dem irreversiblen MAO- Hemmer Tranylcypromin unternommen werden. Aller- dings existiert nur für den in Deutschland nicht erhä lt- lichen MAOH Phenelzin ein Wirksamkeitsnachweis. Medikamentöse Maßnahmen sollten immer durch eine Psychotherapie unterstützt werden. Unter den nichtme- dikamentösen Verfahren hat sich vor allem bei Patien- ten mit Agoraphobie die Expositionstherapie bewä hrt. Panikattacken, die „aus heiterem Himmel“, d.h. nicht in den typischen Agoraphobie-Situationen, auftreten, kön- nen mit Hilfe der kognitiven Verhaltenstherapie behan- delt werden. Literatur: Bandelow B (2001) Panik und Agoraphobie - Ursachen, Diagnose und Behandlung. Wien: Springer. Bandelow B, Zohar J, Hollander E, Kasper S, Möller HJ. Guidelines for the pharmacological treatment of anxiety and obsessive-compulsive disorders. World Journal of Biological Psychiatry (in preparation)

In dem Vortrag werden zunächst die wesentlichen pa- thogenetischen Annahmen zur Panikstörung aus Sicht der psychodynamischen Psychotherapie skizziert. Drei sich wechselseitig ergä nzende Konzepte spielen hier eine Rolle: 1. das Konfliktmodell (Angst als Folge unbewuss- ter intrapsychischer Konflikte), 2. das Bindungsmodell (unsichere Bindungserfahrungen in der Kindheit und Jugend begünstigen Angststörung im Erwachsenenalter), 3. Strukturmodell (unzureichende Entwicklung von Ich- strukturellen Ressourcen zur Angstbewä ltigung – wie z.B. bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung). Abgelei- tet von diesen Modellvorstellungen werden einige psy- chodynamische Prinzipien bei der Behandlung der Pa- nikstörung (mit und ohne Exposition) vorgestellt. Ein ambulantes psychodynamisches Behandlungskonzept, das bis etwa 50 Therapiestunden umfasst, wird einge- hend erörtert und ergä nzend hierzu empirische Ergeb- nisse diskutiert. Dabei wird deutlich, dass die Einbin- dung von angstkonfrontierenden Maßnahmen für mo- derne psychodynamische Behandlungskonzepte unver- zichtbar ist, allerdings wesentlich ergä nzt um die Aufklä - rung bzw, Bearbeitung der ursprünglich angstauslösen- den unbewussten Konflikte und ihrer korrespondieren- den Phantasien.

Im Schlussteil des Vortrags werden noch einige Überle- gungen von Grawe (aus: Grawe, Psychologische Thera- pie, Hogrefe 1998) zu einem erweiterten ä tiologischen und therapeutischen Verstä ndnis von Angststörungen (am Beispiel der Agoraphobie) vorgestellt.

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