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Gemeinderat, 18. WP29. April 201059. Sitzung / 16

und wir werden uns sofort darum kümmern. Ich kann mir das nicht vorstellen, aber es ist wirklich sehr schwierig, wenn man in der Fragestunde mit einem Fall konfrontiert wird, sofort darauf zu reagieren. Das ist logischerweise nicht möglich, weil ich ja die Fakten nicht kenne. Daher bitte ich Sie um Übermittlung!

Ich mache dieses Angebot jetzt ungefähr zum 4 713. Mal. Ich bitte Sie, wenn es Einzelfälle gibt, sich jederzeit an mein Büro zu wenden. Frau Gabriele Jordan ist die Büroleiterin und hat immer ein offenes Ohr und eine offene Tür, um Fakten entgegenzunehmen und sich der Sache dann dementsprechend zu widmen.

Zur konkreten Frage, ob Wien internationale Konzepte aufgreift: Es verhält sich ganz anders, als Sie das darstellen! Wien liegt bei den internationalen Konzepten an der Spitze! Wir liegen bei der europäischen Entwicklung an der Spitze, und es kommt eine Delegation nach der anderen in diese Stadt, weil in Wien niemals das geschehen ist, was in Zürich, Hamburg und anderen europäischen Städten und in Teilen Großbritanniens passiert ist: Wir haben nämlich eine vorausschauende, soziale und vor allem auch ganz klar konzipierte Drogenarbeit in dieser Stadt. (Beifall bei der SPÖ.)

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke. Die 2. Zusatzfrage wird von GRin Praniess-Kastner gestellt. – Bitte schön.

GRin Karin Praniess-Kastner (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Frau Stadträtin!

Sie haben den Drogenbeirat und Expertinnen und Experten auch aus dem Ausland erwähnt. – Ich stelle jetzt eine sehr knappe Frage an Sie.

Weshalb erfahren die Mitglieder des Drogenbeirates über die neuesten Entwicklungen beziehungsweise darüber, was der Drogenkoordinator oder Sie als Stadträtin vorhaben, immer erst aus den Medien und im Nachhinein? Weshalb wird dieses hochrangige Gremium nicht dazu benützt, um einmal Maßnahmen im Vorfeld zu diskutieren und auch die Expertinnen und Experten zu informieren?

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Bitte, Frau Stadträtin.

Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely: Da gibt es jetzt offensichtlich eine gewisse Zeit-Raum-Verschiebung! Gerade die letzten Entwicklungen, die wir jetzt umsetzen, waren nämlich Gegenstand von sehr ausführlichen Diskussionen im Drogenbeirat. Auf Grund eines Wunsches des Drogenbeirates wurde eine Studie über die Frage in Auftrag gegeben: Wie findet Suchtkrankheit im öffentlichen Raum statt?

Ein ganz konkretes Ergebnis war, dass wir zu wenig Tagesbetreuungsplätze haben. Daher ist vom Drogenbeirat der Auftrag an den Drogenkoordinator gegangen, weitere Schritte zu überlegen und umzusetzen, die dieses Manko beseitigen, das der Drogenbeirat auf Grund der Studie, die in Auftrag gegeben wurde, festgestellt hat. Und genau das hat der Drogenkoordinator im Auftrag des Drogenbeirates gemacht, weswegen es mit dem heurigen Frühjahr eine

Verdoppelung der Tagesbetreuungsplätze gibt.

Ich wiederhole jetzt absichtlich noch einmal: Der erste Schritt war, sich genauer anzuschauen, was sich im öffentlichen Raum abspielt. Dann hat der Drogenkoordinator eine Studie in Auftrag gegeben und über das Studienergebnis berichtet. Ergebnis: Mangel an Tagesbetreuung. Der Drogenkoordinator wurde beauftragt, sich dieses Themas anzunehmen. Jetzt gibt es eine Lösung. – Ich sehe da also keinerlei Manko, sondern eine sehr gute Arbeit des Drogenbeirates!

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke. Die nächste Frage wird von GR Ing Peterka gestellt. – Bitte.

GR Ing Christian Peterka (Sozialdemokratische Fraktion des Wiener Landtages und Gemeinderates): Sehr geehrte Frau Stadträtin!

Im öffentlichen Diskurs ist in letzter Zeit die Sorge um die umfassende und niederschwellige Versorgung von suchtkranken Menschen zu Tage getreten.

Welche Maßnahmen werden seitens der Stadt Wien getroffen, um diese Maßnahmen in ausreichender Kapazität zu setzen?

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Bitte, Frau Stadträtin!

Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely: Herr Gemeinderat!

Nun setze ich gleich dort an, wo ich bei der letzten Frage aufgehört habe: Diejenigen Suchtkranken, die sich zeitweilig im öffentlichen Raum aufhalten, sind die Hauptzielgruppe des niederschwelligen Angebots. Sie brauchen vor allem eine Tagesstruktur, eine Wohnversorgung und eine enge Anbindung an das Wiener Sucht und Drogenhilfenetzwerk, damit sie sozusagen möglichst rasch begleitet und unterstützt werden können, um aus diesem Teufelskreislauf herauszukommen oder sich zu stabilisieren.

Die Gruppe, deren Hilfebedarf nur teilweise abgedeckt ist, besteht laut der Studie des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung – die ich jetzt gerade zitiert habe und die das Ergebnis einer Diskussion betreffend Notwendigkeiten im Drogenbeirat war – aus rund 200 bis 300 Leuten in Wien. Wir haben das auf Basis dieser Studie im Drogenbeirat diskutiert und entschieden, dass es eine Erweiterung der Angebote im Tagesbetreuungsbereich geben soll. Diese Kapazitätserweiterung findet jetzt statt. Konkret gibt es mit dem TaBeNo Süd auf dem Wiedner Gürtel 16 eine Verdoppelung der Notschlafplätze und der Tagesangebote.

TaBeNo Süd wird täglich rund um die Uhr geöffnet sein. Ab 9 Uhr morgens können die Klientinnen und Klienten über den Tag verteilt die Angebote in Anspruch nehmen, nämlich essen, trinken, Wäsche waschen. Es gibt aber natürlich auch soziale und ärztliche Versorgung und Beratung. Und ab 18 Uhr beginnt die Aufnahme in die Notschlafstelle. 26 Personen haben die Möglichkeit, dort auch zu schlafen, und werden von SozialarbeiterInnen und ÄrztInnen betreut.

Als zweiter Teil der Erweiterung wird auch der Ganslwirt vergrößert und ist dann ebenfalls von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Insgesamt werden 26 Notschlafbetten

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