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Gemeinderat, 18. WP29. April 201059. Sitzung / 29

der Stadt Wien, hoffentlich kann ich am Kuchen des StR Oxonitsch mitnaschen!, der sollte in Wirklichkeit, wenn es um Inseratenvolumen der Stadt Wien geht, den Mund halten. (Beifall bei den GRÜNEN.)

Insbesondere, wo die FPÖ in ihren Ablegern - BZÖ, FPK oder was auch immer - gezeigt hat: Dort, wo sie regiert, sind sie die Ersten beim Handaufhalten, die Allerersten beim Handaufhalten in einer Art und Weise, die selbst die Wiener SPÖ - und das ist schwierig - in den Schatten stellt. (Heiterkeit bei StRin Dr Monika Vana.)

Und jetzt komme ich zur Wiener SPÖ - das ist mir einfach wichtig -: Kollege Oxonitsch spricht davon, dass alles in den Ausschüssen wäre. In den Ausschüssen kann man diskutieren, in den Ausschüssen wird alles beschlossen. - In einem Punkt stimmt es: Es wird beschlossen. Aber Auskünfte in den Ausschüssen - wie schaut denn das Sujet tatsächlich aus?, in welchen Medien wird denn inseriert?, wie ist der Medienplan?, wie viel Geld geben wir aus?, wie sinnvoll ist es, dort zu schalten? -: Nichts, nada! Gibt es alles nicht, Kollege Oxonitsch, egal, in welchem Ausschuss. Wenn man ein bisschen näher fragt: Wie sind die Werbeausgaben der Stadt Wien?, dann stößt man auf eine Mauer des Schweigens - Ihre Antwort von heute am Vormittag als ein Beispiel. Meine Frage bezog sich auf die Stadt Wien, insbesondere in Ihrem Bereich. Sie haben für den PID gesagt, 164 000 EUR, glaube ich. Ich habe mir die Zahl jetzt nicht aufgeschrieben. Nichtsdestoweniger waren es im gesamten Zeitraum von der Stadt Wien ungefähr 600 000 EUR; inklusive Wiener Stadtwerke, WWFF, Wien Holding ungefähr 1 Millionen EUR nur für die „Kronen Zeitung", und zum Teil mit haarsträubenden Inseraten, mit Inseraten, wo man sich fragt: Weshalb inseriert die Stadt Wien überhaupt?

Und ich gebe Ihnen eine Antwort - heute ist nämlich ein typischer Stadt Wien- Inseratentag. Wenn uns irgendwo Geld fehlt: In den heutigen Zeitungen machen die Inserate 100 000 EUR aus!

Da haben wir zum Beispiel einmal das „News". In der Mitte: „Alle wollen die Wiener Ganztagsschule" – ein doppelseitiges Inserat im „News". Wichtig für „News", das betone ich nur, denn wenn man sich das „News" durchliest, dann sind da nicht sehr viele Inserate drinnen. Da ist es wichtig, dass die Stadt Wien ein doppelseitiges Inserat schaltet, dass alle die Wiener Ganztagsschule wollen. Das ist möglicherweise ein Ergebnis, das die Volksbefragung gebracht hat - ich stehe auch zur Ganztagsschule -, aber das wissen ohnedies alle Leute, wie Wien bei der Volksbefragung entschieden hat. Warum muss man dem „News" dann noch einmal ungefähr 25 000 EUR in den Rachen schieben, oder 30 000 EUR? Ich glaube, 30 000 EUR sind es für die Doppelseite. (GR Mag Wolfgang Jung: Damit sie gegen die FPÖ schreiben! Ist eh klar!)

Einen Vorteil bringt es auf jeden Fall: Der Bgm Häupl hat ein ganzseitiges Interview im „News". Das hätte er vielleicht sonst auch, aber eine positive Berichterstattung im „News" ist ja schon die halbe Miete für die Wahl. Und

wenn man sich anschaut, wie und in welcher Art und Weise die Stadt Wien inseriert: Ja, erreicht!

Nächste Zeitung: Ein ganzseitiges Inserat in „Heute". Großer Ausnahmefall: Normalerweise gibt es im „Heute" nicht eine Seite Inserat, sondern zwischen zwei und zweieinhalb, manchmal auch drei Seiten. Das Faszinierende: Wirklich ganz Wien-spezifische Inserate sind in Gesamt-Niederösterreich durchgeschaltet. Man könnte fast sagen, die Stadt Wien hat sich die Zeitung „Heute" schon mehrmals gekauft. Der größte Inserent mit Abstand!

„Österreich" - Wien liegt in Österreich, deshalb muss man in einer Zeitung, die „Österreich" heißt, natürlich inserieren. „Ja: Wien. Meine Stadt. Unser Wien." - Wunderschön! Glauben Sie im Ernst, dass deshalb die Leute mehr oder weniger in die Bäder gehen werden? Glauben Sie im Ernst, dass die Jugendlichen in Wien nicht wissen, wann die Bäder aufsperren? Oder glauben Sie im Ernst, dass die Bäderpolitik der Stadt Wien so uninteressant ist, dass die Medien ohne Inserat nicht darüber berichten würden?

Dann haben wir den „Kurier": „Wien kümmert sich um alle Jugendlichen." - Monika Vana hat, auch heute am Vormittag, schon einige Male darüber gesprochen: Es fehlen 1 000 Lehrplätze. Wir haben rund 10 000 Jugendliche, die gerne eine Arbeit hätten und keine haben. Und vor allem greift die Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche dort nicht, wo sich Jugendliche einen bezahlten Lehrplatz wünschen. Dafür haben wir hier wieder für den „Kurier", die Junior-Page, 10 000 EUR ausgegeben. Dafür wären schon wieder Maßnahmen, Initiativen, Förderungen möglich gewesen.

Vor allem, schauen wir uns einmal an: Wer liest denn das? In welchem Teil ist denn das geschaltet? - Das ist in der Business-Beilage des „Kurier". Da wird man die Zielgruppe, nämlich die Zielgruppe der Jugendlichen, die die Kümmer-Nummer anrufen sollen, aber wirklich direkt erreichen! – Völlig falsch geschaltet!

Dann kommen wir zur „Kronen Zeitung". – In der „Kronen Zeitung", das ist auch atypisch, ist das Inserat heute nur eineinhalbseitig. Im Normalfall ist in der „Kronen Zeitung" das Mindestmaß zwei Seiten, und einmal im Monat eine 16-seitige Beilage. Im Normalfall: „Kronen Zeitung" im Monat zwischen 350 000 EUR und 500 000 EUR.

Ich habe es heute am Vormittag in der Fragestunde schon erwähnt: Ohne die Stadt Wien hätte die „Kronen Zeitung", der gesamte MediaprintVerlag, „Kurier" und „Kronen Zeitung", mehr als 4 Millionen EUR Verlust gemacht. Aber der Dichand ist wichtig und der Dichand ist ein Freund, und einen Freund darf man nicht vergrätzen. Man hat gesehen, was passiert, wenn der gute Freund anders schreibt. Nur: Der Bgm Häupl ist eh sehr gut mit dem Hans Dichand. Es wundert einen auch nicht, wenn der Familie Dichand im Jahr ungefähr 8 Millionen EUR zugute kommen. Ich würde mir wünschen, solche Freunde zu haben.

Anstatt dass man sagt, in einer Zeitung, die extrem ausländerfeindlich ist, oft auch rassistisch ist, die nur

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